10 Jahre nach Rio

Was haben wir erreicht ?

Was bleibt zu tun ?


Prof. Dr. Gunther Nogge
Direktor, Zoo Kφln

Während es die Menschheit im 19. Jahrhundert nicht einmal schaffte, sich zu verdoppeln, hat sie sich im 20. Jahrhundert vervierfacht. Zwei Weltkriege und Dutzende anderer Kriege mit Millionen von Toten haben das nicht verhindern können. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen hat gerade erst freudig erregt den 6 Milliardsten Erdenbürger begrüßt. Schon steht der sieben Milliardste vor der Tür. Die Verdoppelungszeit der Weltbevölkerung liegt nur noch bei 30 Jahren. Als ich Anfang der 70er Jahre zum ersten Mal nach Indien kam, gab es dort 500 Millionen Inder, was mir erschreckend viel erschien. Wer heute nach Indien kommt, trifft dort auf 1 Milliarde Menschen. Der Schreck, den er bekommt, ist aber nicht größer als der, den ich vor 30 Jahren bekam. Wir haben es hier mit Dimensionen zu tun, die das menschliche Vorstellungsvermögen übersteigen. Dass es in weiteren 30 Jahren 12 Milliarden Menschen auf der Erde gibt, wird Sie nicht mehr berühren, als wenn ich Ihnen erzähle, dass die Dinosaurier vor 65 Millionen Jahre ausgestorben sind.

Dass die wachsende Menschheit immer mehr Raum und Ressourcen beansprucht, ist ja wohl selbstverständlich. Gemeinsam mit unseren 6 Milliarden Mitbürgern und Mitbürgerinnen verbrauchen wir jetzt schon 42 % der auf der Erde produzierten Biomasse. 8 Milliarden Menschen werden 56 % verbrauchen usw., bis es dann gar nicht mehr ausreicht. Dass dabei die Vielfalt an Tier und Pflanzenarten auf der Strecke bleibt, ist nicht zu vermeiden. Was bleibt, ist ein Denkmal wie das der amerikanischen Wandertaube, die einst in Millionenschwärmen den Himmel Nordamerikas verdunkelte und deren letztes Exemplar am 1. September für immer die Augen schloss. Einige spektakuläre Tierarten wie Moa, Dronte, Stellers Seekuh, Riesenalk und Beutelwolf haben ihren letzten Platz in einem Museum gefunden, denn Museen bewahren bekanntlich menschliche Leistungen auf, damit nachfolgende Generationen sie nicht vergessen.

Im vergangenen Jahr feierte Deutschland die 25. Wiederkehr seines Beitritts zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA). So wichtig und richtig eine Kontrolle des Handels mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten ist. Im Grunde handelt es sich um einen Nebenkriegsschauplatz, der von dem eigentlichen Problem des Naturschutzes nur ablenkt.

Es ist leider etwas in Vergessenheit geraten, dass das WA auch auf Betreiben der Zoos entstanden ist, und dass diese sich lange vor dem WA selbst verpflichtet hatten, auf die Einfuhr besonders bedrohter Tierarten wie z.B. Goldgelber Löwenäffchen und Orang-Utans zu verzichten. Gerade das Beispiel Orang-Utan lehrt uns aber, dass ein Handelsverbot allein gar nichts hilft. Der Bestand frei lebender Orang-Utans ist nämlich während der letzten 25 Jahre kontinuierlich weiter zurückgegangen auf jetzt schätzungsweise 15.000 in Borneo und knapp 9.000 in Sumatra, und zwar weil in dieser Zeit 80 % der Lebensräume zerstört, abgeholzt oder abgebrannt wurden. Was soll das WA daran ändern ?

Das WA hat dagegen dramatische Auswirkungen auf die Zoos gehabt. Es hat sie nämlich abgeschnitten von der Zufuhr von Wildimporten. Die Zoos müssen seitdem die Tiere, die sie den Menschen zeigen wollen, selber produzieren. Diesem Zweck dienen die koordinierten Zuchtprogramme, die SSPs und EEPs etc., die im Laufe der achtziger Jahre in den verschiedenen Regionen der Welt entstanden sind. Dem Erfolg dieser Programme ist es zu verdanken, dass in den Zoos heute noch Gorillas, Tiger, Nashörner und die vielen anderen Tierarten vertreten sind, die wir heute nicht mehr der Wildbahn entnehmen dürfen. Die EEPs dienen also in erster Linie der Zukunftssicherung der Zoos, so dass sie auch in Zukunft ihre Aufgaben gegenüber der Gesellschaft und der bedrohten Tierwelt erfüllen können.

Im Blickpunkt der EEPs stehen einzelne Tierarten. Wenn es um die Zukunft der Zoos geht, müssen wir uns aber den ganzen Tierbeständen zuwenden, den Tierbeständen der einzelnen Zoos und denjenigen der Zoos, mit denen wir kooperieren, d.h. der Zoos in Europa. Wir müssen uns jetzt fragen, welche Arten wir auf Dauer halten wollen, wie viele und in wie großer Anzahl. Für jede einzelne Art muss die Frage gestellt werden, warum wir sie halten, aus edukativen, Forschungs-, Arterhaltungsgründen etc.

Dank der Erfolge der EEPs gibt es ja mittlerweile zahlreiche Tierarten, deren Bestände in den Zoos größer sind als in der Natur, und es gibt auch schon Tierarten, die es in der Natur gar nicht mehr, sondern nur noch in Zoologischen Gärten gibt. Dadurch sind die Tierbestände der Zoos zu Reservepopulationen für die Natur geworden, so dass sie – wann immer es möglich und sinnvoll ist - Tiere aus ihren Beständen für Wiederansiedlungen in der Natur zur Verfügung stellen können. Beispiele hierfür sind der europäische Wisent, die arabische Oryxantilope oder das brasilianische Goldgelbe Löwenäffchen.

Den Zoos ist also eine neue wichtige Aufgabe zugefallen, der sie sich auch nicht verschließen können. Artenschutzaspekte müssen daher in alle Tierbestandsplanungen mit einbezogen werden. Und weil das so wichtig ist, sollten die Zoos sich auch nicht allein damit auseinandersetzen, sondern Naturschützer, etwa die Conservation Breeding Specialist Group (CBSG) mit ihrem Sachverstand hinzuziehen.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde es vielen klar, dass mit dem WA allein die Welt auch nicht zu retten ist. Es geht inzwischen auch gar nicht mehr um das Übeleben von Elefanten, Nashörnern und Gorillas, sondern um das Überleben der Menschheit. Bevölkerungs- und Klimakonferenzen fanden in immer rascherer Folge statt, und 1992 – genau vor 10 Jahren – trafen sich sogar die Staats- und Regierungshäupter zum ersten Umweltgipfel und zwar in Rio de Janeiro, um die Welt vor dem ökologischen Kollaps zu bewahren. Das Ergebnis ist die Agenda 21, die Tagesordnung für das 21. Jahrhundert, und eine Reihe von Resolutionen wie z.B. das "Übereinkommen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt". In diesem werden Zoologische Gärten übrigens ausdrücklich erwähnt, nämlich in Art. 9, wo es um ex situ-Maßnahmen geht, und in Art. 13, der die Schärfung des Umweltbewusstseins fordert.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Konferenzteilnehmer keine Ahnung davon hatten, dass sich im Staat Rio de Janeiro das letzte Vorkommen der Goldgelben Löwenäffchen befindet. Am 1. Januar 1502 – also genau vor 500 Jahren – entdeckten die Portugiesen die Guanabara-Bucht und hielten sie zunächst für die Mündung eines Flusses, den sie Januarfluss, Rio de Janeiro, nannten. Damals war die Küste Brasiliens von primärem Regenwald bedeckt, und in der Bucht von Rio de Janeiro lebten ein paar Tamoio-Indianer. Heute ist allein der Großraum Rio de Janeiro von 12 – 13 Millionen Menschen bewohnt. Sao Paulo hat 20 Millionen Einwohner. Der Regenwald der Küste Brasiliens ist infolgedessen geschrumpft: auf 2 % seiner ursprünglichen Ausdehnung. Man muss sich wundern, dass es dort überhaupt noch Löwenäffchen gibt. Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre fing man an, sich zu wundern. Die Zoos verzichteten fortan auf die weitere Einfuhr dieses attraktiven Krallenäffchens, fasste alle in den Zoos noch vorhandenen Löwenäffchen in einem zooübergreifenden Zuchtprogramm zusammen, welches in der Folge so erfolgreich war, dass man ab Mitte der achtziger Jahre Tiere zur Wiederansiedlung nach Brasilien zurück bringen konnte. Das Löwenäffchenprogramm wurde so zum Vorbild für alle koordinierten Zuchtprogramme der Zoo. Übrigens wurden die Löwenäffchen 1991 formell Brasilien, dem einzigen Land , wo diese Tiere natürlicherweise vorkommen, übereignet. Damit bringen die Zoos zum Ausdruck, dass sie die ihnen anvertrauten Tiere als Leihgabe der Natur betrachten.

Das Löwenäffchenprojekt hat aber auch in anderer Hinsicht Modellcharakter. Bei einem Wiederansiedlungsprojekt ist es ja nicht damit getan, ein- oder zweimal Tiere aus dem Zoo zu entlassen. Eine Wiederansiedlung ist nur sinnvoll, wenn die Ursachen für den Rückgang der betreffenden Tierarten beseitigt sind und sie eingebettet ist in ein - und zwar langfristiges - Naturschutzprojekt. Das Löwenäffchenprojekt ist auf 50 Jahre angelegt und zwar als multinationales und multidisziplinäres Projekt zur Erhaltung des verbliebenen brasilianischen Küstenregenwaldes. Biotopschutz, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit sind ebenso wichtig, eigentlich sogar die Voraussetzung für die Wiederansiedlung der Löwenäffchen. Zwar steht diese attraktive Primatenart als Sympathie- und Werbeträger bewusst im Vordergrund. In Wirklichkeit geht es aber nicht nur um das Löwenäffchen, sondern um den gesamten Küstenregenwald. Mit dem Löwenäffchen werden nämlich zugleich ungezählte ebenso bedrohte Tier- und Pflanzenarten vor dem endgültigen Aus gerettet, für die sich sonst niemand interessiert. Man braucht heute Flaggschiffe im Naturschutz – sonst erreicht man gar nichts.

1993, ein Jahr nach dem Gipfel in Rio, haben die Zoos ihre Welt-Zoo-Naturschutzstrategie vorgelegt, die das Potenzial Zoologischer Gärten für den Natur- und Umweltschutz, die Erhaltung der biologischen Vielfalt, aufzeigt. Sie hat außerordentlich viel Beachtung gefunden und zwar sowohl innerhalb wie außerhalb der Zoowelt. Z.B. hat die Europäische Union 1999 die so genannte Zoo-Richtlinie erlassen. Deren Ziel ist es, "die Rolle der Zoos bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt zu stärken". Die Mitgliedsstaaten werden verpflichtet, diese Richtlinie bis zum 9. April 2002 umzusetzen und "sicherzustellen, dass alle Zoos die nachstehenden Erhaltungsmaßnahmen anwenden:

Die Zoo-Richtlinie ist nicht nur die politische Absegnung des Wandlungsprozesses Zoologischer Gärten von der Menagerie des 19. Jahrhunderts zum Naturschutzzentrum des 21. Jahrhunderts. Jetzt sind wir sogar gesetzlich zu dem verpflichtet, was wir tun (wollen).

Die Zahl an Artenschutz- und Naturschutzprojekten, an denen sich Zoos beteiligen oder die sie selber durchführen, ist während der letzten zehn Jahre erfreulich angestiegen, und zwar so weit, dass niemand mehr einen Überblick hat. Um einen Überblick zu bekommen, hat der Europäische Zooverband (EAZA) ein Conservation Committee gegründet, dessen erste Aufgabe die Erstellung einer Datei aller von den Zoos durchgeführten Naturschutzprojekte ist.

Parallel dazu hat der Weltzooverband (WAZA) während der letzten beiden Jahre in den verschiedenen Regionen der Welt so genannte "project identification workshops" durchgeführt. All dies soll den Zoos helfen, ihre Kräfte zu bündeln, ihre Naturschutzarbeit besser zu synchronisieren, um schließlich noch effizienter in Sachen Naturschutz zu werden.

Der Beitrag Zoologischer Garten zum Naturschutz erschöpft sich nicht in der Zucht bedrohter Tierarten und der Durchführung von Naturschutzprojekten. Ebenso wichtig ist die Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit. Ich denke sogar, dass hier unser größtes Potenzial liegt. Die deutschen Zoos zählen alljährlich 30 Millionen, die europäischen Zoos 100 Millionen Besucher. Dies sind ausnahmslos auf Tiere und ihre Probleme positiv eingestimmte Menschen, die freiwillig zu uns kommen. Man muss sie also nur ansprechen. Wenn die Menschen den Zoo genau so dumm verlassen, wie sie hereingekommen sind, haben wir unsere Chance vertan. Zwar ist das Informationsangebot in allen Zoos groß. Nur die Informationen werden meist in einer so biederen Weise angeboten, dass die Menschen des heutigen Kommunikationszeitalters sie einfach nicht annehmen.

Der Kölner Zoo hat sich vorgenommen, das zu ändern und ein neues Informationssystem eingeführt, bei dem bewusst eine Werbeagentur den Stift geführt hat. Wir haben das Produkt, der Werbefachmann muss es verkaufen. Natürlich gibt es nach wie vor Informationstafeln zu den einzelnen Tieren in den Gehegen. Daneben werden jedoch gehegeübergreifende Umwelt- und Naturschutzprobleme thematisiert, z.B. der Küsten- und Meeresschutz bei den Robbenanlagen und Limicolenvolieren. Im Sinne der Agenda 21, die die Entwicklung nachhaltiger Nutzung natürlicher Ressourcen fordert, werden soziale und ökonomische Aspekte einbezogen, um auf diese Weise zu einer handlungsorientierten Umweltbildung beizutragen.

Die Agenda 21 geht alle an. Jede Kommune ist aufgefordert, ihre lokale Agenda 21 zu entwickeln. Wer einen Zoo hat, verfügt automatisch über ein Umweltbildungszentrum wie es in Rio gefordert wurde. Manche haben es nur noch nicht gemerkt.

Sicherlich sollte jeder Zoo, auch was die Informationsvermittlung betrifft, seine spezifische Handschrift behalten. Umgekehrt gibt es auf gute Ideen keinen Patentschutz. Und es muss auch nicht jeder das Rad neu erfinden. Unser Projekt wurde deshalb auch von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) als "Pilotprojekt zur Förderung globaler Umweltbildung und Umwelterziehung in wissenschaftlichen Zoologischen Gärten" gefördert. Auch für die Durchführung haben wir uns übrigens mit einer Naturschutzorganisation, der Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz (ARA) zusammengetan. Das Konzept wurde in Heft 4 (2001) der ZEITSCHRIFT DES KÖLNER ZOO vorgestellt – und darf kopiert werden.

Erstmals gab es im vergangenen Jahr eine von allen europäischen Zoos gemeinsam durchgeführte Aufklärungskampagne, die so genannte Bushmeat-Kampagne, in deren Verlauf mehr als 1,8 Millionen Unterschriften gesammelt wurden. Das ist eine eindrucksvolle Zahl. Setzt man sie jedoch in Relation zu den Zoobesuchern eines Jahres (100 Millionen in Europa) waren es nur 1,8 %, die die Petition unterschrieben haben. In Deutschland waren es sogar nur 0,9 %, was schlicht daran lag, dass es in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern weniger Zoos gab, die sich – aus welchen Gründen auch immer – an der Kampagne beteiligt haben.

Die diesjährige gemeinsame Kampagne der europäischen Zoos setzt sich für die Erhaltung des verbliebenen Küstenregenwaldes in Brasilien ein. Ein Zusammenhang mit den 10 Jahren nach Rio, dem Umweltgipfel, war von den Initiatoren überhaupt nicht beabsichtigt. Ich finde aber, er bietet sich förmlich an. Wenn jemand sonst keinen Aufhänger zur Beteiligung an dieser Regenwald-Kampagne findet, weil er vielleicht keine Löwenäffchen in seinem Zoo hat, dann ist dies einer: die Zoos setzen 10 Jahre nach Rio ein Zeichen, um die Welt an das zu erinnern, was sie sich für das neue Jahrhundert vorgenommen hat, nämlich die Agenda 21 zur Erhaltung der Biodiversität auf diesem Planeten.

Ein letzter Punkt: Naturschutzengagement und wirtschaftlicher Erfolg eines Zoos sind kein Widerspruch. Als Beispiel nenne ich nur Disney’s Animal Kingdom. In einer Studie über die Akzeptanz Zoologischer Gärten fragte Björn Encke vor einiger Zeit Zoobesucher nach den Aufgaben der Zoos, die eine Unterstützung mit öffentlichen Geldern legitimieren. Als eine der wichtigsten Aufgaben wurde die Arterhaltung genannt. Wenigstens 30 % des Budgets sollte nach Meinung der Befragten allein auf diese Funktion entfallen. Davon sind die Zoos allerdings noch weit entfernt. Die Frage stellt sich aber, ob wir der Erwartung der Zoobesucher, dass Zoologische Gärten im 21. Jahrhundert Naturschutzzentren sein sollen, gerecht werden.

Möglicherweise regen wir uns ja umsonst auf. "Alles Panikmache" heißt nämlich die frohe Botschaft, die jetzt aus Dänemark kommt. Ein Statistikprofessor namens Lomberg hat alles noch einmal durchgerechnet und ist zu dem Schluss gekommen, dass es der Menschheit noch nie so gut ging wie heute. In den Entwicklungsländern ist die Kindersterblichkeit um mehr als 50 % gesunken – weswegen die Weltbevölkerung ja auch zunimmt. Die Landflucht in den selben Ländern sieht er als positives Zeichen. Die Slums der Megastädte würden ja wohl nicht anwachsen, wenn es den Menschen auf dem Lande besser ginge. Während alle Welt sich um die Regenwälder sorgt – wegen der Auswirkung auf das globale Klima, wiegelt der Prof. aus Aarhus ab: " Apokalypse? – No!" Und rechnet aus, wie viel Getreide man in Sibirien mehr ernten kann, je weiter die Wüste in den Subtropen fortschreitet. Dass die Zahl der Elefanten, Nashörner, Tiger und Gorillas während des 20. Jahrhunderts um mehr als 90 % abgenommen hat, ficht ihn nicht an. Wer vermisst schon Mammuts, Wollnashörner und Riesengürteltiere, die die Menschen der Steinzeit noch gekannt haben. Natürlich dreht sich die Erde weiter, wenn es keine Elefanten und Tiger mehr gibt, aber um wie viel ärmer ist die Erde und unser Leben ohne sie.