Gorillaschutz in Krisenzeiten

Iris Weiche, Universität Tübingen, Auf der Morgenstelle 28, D-72076 Tübingen/Germany; Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V.; email: I.Weiche@t-online.de

Gegenwärtiger Stand

Primatenpopulationen sind zunehmend der Bedrohung durch menschliche Einflüsse unterschiedlichster Art unterworfen, doch speziell politische Instabilität in Ursprungsländern dieser Spezies ist ein häufig wiederkehrender Faktor, der Schutzbemühungen lokaler, nationaler und internationaler Organisationen kurz- bis mittelfristig stark beeinträchtigt.

Nach Angaben von Oates23 wurden im Zeitraum 1986-96 26% aller Projekte über afrikanische Primaten in ihrer Durchführung stark durch politische Unruhen beeinflußt (siehe Abb. 1).

Die Verbreitungsgebiete der drei bisher beschriebenen, vom Aussterben bedrohten Unterarten von Gorilla gorilla (Westlicher Flachlandgorilla: gorilla, Östlicher Flachlandgorilla: graueri, Berggorilla: beringei), erstrecken sich über 10 Länder West- und Zentralafrikas, wovon 6 gegenwärtig zumindest lokal politische Krisenherde sind.18,21,35-38,41,60

Oates43 berichtet aus Nigeria, dass Unruhen im Land und sinkende Ölpreise zu weniger staatlichen Einnahmen und allgemeiner Unterstützung aus dem Ausland führten. Dies hatte im gesamten Land ökonomischen Stress zur Folge, was eine steigende Attraktivität der Jagd nach sich zog als Einkommensquelle v.a. im ländlichen Raum. Die Schutzgebiete in der Republik Kongo-Brazzaville sind seit 1997 von Zerstörung und Plünderungen betroffen, weshalb die meisten Forschungsprojekte dort nicht fortgeführt werden konnten.3,33

Von starken politischen Unruhen und Kriegen sind die Naturschutzgebiete im Dreiländereck Uganda-Ruanda-DRCongo in den letzten 10 Jahren fast durchgängig betroffen.4,27,30 Sie beinhalten u.a. den Lebensraum der letzten Berggorillas, die von der IUCN als "critically endangered" (unmittelbar vom Aussterben bedroht) aufgeführt werden23 und ebenfalls die endemischen Populationen der Östlichen Flachlandgorillas. In der "Globalen Strategie für den Primatenschutz" der Internationalen Primatologischen Gesellschaft wurde schon Anfang der 80er Jahre (81-83) den Gorillaschutzgebieten im damaligen Ost-Zaire, sowie Ruanda und Uganda höchste Priorität eingeräumt.40 Drei Nationalparks dieser Region wurden von der UNESCO zum Welt-Naturerbe proklamiert (Virungas 1979, Kahuzi-Biega 1981, Bwindi Impenetrable 1994) und in Folge der Kriegsauswirkungen in der Demokratischen Republik Congo wurden die Virungas (1994) und der Kahuzi-Biega Park (1997) in die Liste der "World Heritages in Danger" aufgenommen.48,51,52 Der Virunga Nationalpark ist auch als Biosphären-Reservat ausgewiesen.

Folgen für die nationale und lokale Sozioökonomie

Die Folgen politischer Instabilität bzw. konkreter militärischer Konflikte auf die Sozioökonomie des entsprechenden Landes und benachbarter Staaten wirken sich direkt und indirekt auf die Nationalparks aus. Rechtlosigkeit führt zur Ignoranz von Nationalpark-Regeln,53 was dort eine Potenzierung illegaler Aktivitäten nach sich zieht. Autoritätsverschiebungen durch die jeweiligen machthabenden Gruppen sind Zeiten der Orientierungslosigkeit, in denen auch den lokalen Parkbehörden meist keine Befugnisse zugestanden werden, was sich z.B. in der Entwaffnung des Parkpersonals 1994 äußerte.55 Die Zerstörung der Infrastruktur, sowohl lokal als auch national, erlaubt z.B. keine erforderliche Kommunikation. Durch die Priorität der Krise im nationalen Staatshaushalt sowie fehlender infrastruktureller Einrichtungen wird die landesinterne finanzielle Unterstützung für Parkangelegenheiten und Gehälter extrem reduziert.25 Auch externe Finanzierungen über ausländische Projekte, internationale, muli- oder bilaterale Zusammenarbeit werden aufgrund politischer Erwägungen sowie der Sicherheitslage eingefroren, Personal wird evakuiert.28,29 Wichtige Devisenquellen, wie Einnahmen aus dem Tourismus, bleiben aus.

Nach Angaben von Butynski11 führten die Kriegsjahre sowohl in der DRCongo als auch in Ruanda zu einem langjährigen finanziellen Einbruch. Die Parks mußten aufgrund der Sicherheitslage geschlossen werden oder Touristen blieben aus diesem Grund fern. Dies ist besonders tragisch, wenn diese Einnahmen die einzige oder einen großen Teil der nationalen Finanzierung für die Schutzarbeit darstellen, wie z.B. in Ruanda, dessen für Naturschutz und Tourismus zuständiges, administrativ und finanziell autonomes Ministerium ORTPN sich gänzlich aus Eintrittsgeldern finanzierte. Auch im Kahuzi-Biega Park/DRC, wo seit 1993 40% der Eintrittsgelder für Parksschutz und Entwicklung umliegender Gemeinden zur Verfügung stehen, waren diese Einbußen nicht zu verkraften. Die Einnahmen betrugen hier zwischen 1986-91 US$ 200.000 bei einer Besucherzahl von 2.000. Für den Zeitraum 1986-90 wird für den congolesischen Teil der Virungas eine Besucherzahl von 2.800 angegeben mit Einnahmen von US$ 250.000.31

Hingegen fand in den Kriegszeiten im relativ sicheren benachbarten Uganda, wo seit 1993-94 die Möglichkeit für Gorilla-Besuche besteht, eine Überflutung mit Touristen statt. Der Ansturm auf dort bislang 3-4 (von sonst insgesamt 16-19) habituierte Gorillagruppen führte zu Konflikten zwischen verschiedensten betroffenen Organisationen und zu illegalen Touristenführungen zu den Gorillas.10,26

Folgen für die Bevölkerung

Insgesamt zeigen sich die sozio-ökonomischen Folgen einer politischen Krise in einer Verarmung der Bevölkerung, speziell des Parkumfeldes, die unter anderen Bedingungen von einem funktionierenden Schutzgebiet profitieren können, sei es in direkten Einnahmen durch Arbeit für den Park oder für Touristen, durch integrative Entwicklungsprojekte oder indirekt durch infrastrukturelle Einrichtungen.30

Armut ist eine Ursache für die Verstärkung menschlicher Störungen im Parkgebiet, wie Holzeinschlag, illegale Landnahme, ackerbauliche Nutzung, Haustiereintrieb.

Im Juli 1994 waren mehr als 700.000 ruandische Flüchtlinge in 5 Camps am Rande des Virunga-Parks untergebracht und hinterließen 150 km2 zerstörte Parkfläche.47 Die UNHCR-Bestimmungen sehen zwar für Flüchtlingscamps vor, zu Nationalparks einen Mindestabstand von 150 km einzuhalten, jedoch waren die humanitären Organisationen in dieser Zeit völlig überlastet und der Quantität nicht gewachsen.30

Des weiteren kam es zu Ausbeutung von Mineralvorkommen und Wilderei. Letzteres wird auch zunehmend zu kommerziellen Zwecken betrieben, um sowohl die nationalen Märkte als auch den Schwarzmarkt zu beliefern, z.B. mit Elfenbein.45 Die Preise für bushmeat auf den nationalen Märkten sinken aufgrund des steigenden Angebotes.44

Seit der CITES-Konferenz 1997 und der Freigabe begrenzten Handels bestimmter Staaten wird auch in anderen Ländern eine Zunahme professioneller Wilderei beobachtet. Im Laufe weniger Jahre wurde so die Waldelefanten-Population (320) des Kahuzi-Biega Nationalparks um vermutlich 95% dezimiert.

Das entwaffnete Parkpersonal war vielfach nicht in der Lage, den Schutzstatus der Gebiete unter obigen Umständen aufrecht zu erhalten. Ihre eigene Sicherheit ist durch bewaffnete Gruppen im Park (Wildererbanden, Militär, Rebellengruppen) und militärische Operationen gefährdet. Sowohl ihre Ausrüstung als auch ihre Quartiere und andere Parkeinrichtungen wurden Opfer der Plünderung und Zerstörung, einige Angestellte wurden verletzt oder getötet.46 Trotzdem versuchten engagierte Parkangestellte in den allen Schutzgebieten, nach Möglichkeit ihre Arbeit fortzusetzen und Informationen über Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt zu bekommen.6,16,21 Hohe Motivation bzw. Einsicht in die Wichtigkeit ihrer Naturschutzarbeit, Hoffnung auf Fortführung von Projekten und Finanzierungen in stabilisierten Zeiten, sowie gutes Training werden von vielen Beobachtern als Voraussetzungen für diese Leistung angesehen. Weiterhin erforderlich und wesentlich war die fortwährende Unterstützung durch unabhängige NGO´s.

Auswirkungen auf Gorillas

Direkte und indirekte Auswirkungen dieser Gesamtsituation auf die Gorillas sind z.B. Verletzungen und Tod durch Wilderei.

In allen Nationalparks wurden Anstiege ausgebrachter Schlingen für kleine und größere Säugetiere verzeichnet, dementsprechend stieg auch die Zahl der Verletzungen von Gorillas durch Schlingen.15,56-59 Im Forschungsgebiet des Karisoke Centers stieg die Anzahl der Verletzungen oder Todesfälle von 1991-1992 um 100%, die Anzahl der Schlingen von 1990-93 um 200%.50 Sowohl im Gebiet der Berggorillas als auch der Grauergorillas wurden Todesfälle bekannt, die durch Konfrontation der Tiere mit nicht-ausgebildeten Personengruppen im Park verursacht wurden. Weiterhin wurde zumindest ein Fall berichtet, in dem ein Gorilla Opfer einer Landmine wurde. Aber auch die direkte Wilderei auf Gorillas für die Fleischversorgung ("Bushmeat") sowie Trophäenjagd, speziell im Kahuzi-Biega Park, kam wieder auf und ist dort verantwortlich für einen Rückgang der Population in bestimmten Parkgebieten um 61%.4,5,20,64 Bisher dokumentierte Fälle von Wilderei auf Berggorillas schließen mindestens drei Fälle ein, die in der Absicht ausgeführt wurden, Jungtiere für den Schwarzmarkt zu erlangen auf Nachfrage ausländischer Kunden. Daraufhin wurden diese Gruppen nach Möglichkeit einer 24-Stunden-Überwachung durch Wildhüter unterstellt.47

Bekannte Todesfälle, Verletzungen u.ä. von Gorillas durch menschlichen Einfluß in zentralafrikanischen Welt-Naturerbe-Parks

Bestand

1995

1996

1997

1998

1999

2000

Gesamt

PNV/Ruanda

4

5

2

PNVi/DRCongo

~ 320 (1989)

5

4

11?

2

40 (6,5%)

MGNP/Uganda

BINP/Uganda

293 (1997)

6

1

KBNP/DRCongo*

247 (1996)

1

2

2

120?

3

128 (+23?; 61%?)**

Quelle: GTZ, ICCN, KRC, IGCP-Uganda, MGVC, Sivha 1997, Yamagiwa 1998, 1999, pers. Mitt.

* alter Parkteil/Grauergorillas

? ungesicherte Angaben

** Bestand Jan. 2000: 96 Ind.

Im Kahuzi-Biega Park wurden alle habituierten Gruppen zerstört, es gibt nur noch an Menschen gewöhnte Einzelindividuen, die sich mittlerweile anderen Gruppen angeschlossen haben.49,61-63

Indirekt zieht die Tötung bestimmter Gruppenmitglieder, z.B. des Silberrückens bzw. die Zerstörung bestehender Gruppen weitere Todesfälle nach sich. Zumindest Berggorillas sind als infantizidal beschrieben, wohingegen dies bei Östlichen Flachlandgorillas noch nicht nachgewiesen wurde.61 Jungtiere bis zu drei Jahren sind bei dem Anschluß der Mutter an ein neues Männchen gefährdet. Subadulte Männchen könnten in dem Versuch, eine Gruppe vor fremden Männern zu beschützen, selbst schwer verletzt werden. Des weiteren sind Stress und Traumatisierung durch solche direkten Eingriffe als auch durch verstärkte menschliche Aktivitäten im Habitat allgemein Faktoren, die Anfälligkeiten für Krankheiten vergrößern können.

Habitatzerstörung oder -verkleinerung führt dazu, dass Gruppen ihre Streifgebiete verlegen müssen, möglicherweise verbunden mit einer Beeinträchtigung in der Qualität und Quantität der zur Verfügung stehenden Nahrungsquellen. Am Mikeno wurde 1994-95 die Hälfte des Bambusbestandes, einer wichtigen Gorilla-Nahrungspflanze, eingeschlagen für und von den benachbarten Flüchtlingscamps.47 Auch ist die Gefahr der Auseinandersetzung mit anderen Gruppen höher. Vereinzelt verließen Individuen auch die Parks und zerstörten Bananenpflanzungen oder Felder.

Durch verstärkte menschliche Präsenz und deren Hinterlassenschaften in den Lebensräumen der Gorillas steigt auch die Gefahr der Krankheitsübertragung durch Parasiten und andere Infekte rapide.14,32

Schutzbemühungen

1997 wurde von allen Organisationen und Behörden, die am Berggorilla-Schutz beteiligt sind, ein Treffen abgehalten, um die weiteren Möglichkeiten zum Schutz dieser Spezies und ihres Lebensraumes zu diskutieren. Innerhalb dieses Rahmen bildete sich auch ein Zusammenschluss aller NGO´s, das MOGOF (Mountain Gorilla Forum), um weitere Aktivitäten besser koodinieren zu können. Mittels eines stochastischen Simulationsmodells (VORTEX) wurde die mögliche Populationsentwicklung der Berggorillas unter verschiedenen Bedingungen betrachtet, die an den gegenwärtigen Situationen orientiert waren.54 Die Ergebnisse zeigten, dass unter jeglichen simulierten Kriegsbedingungen, wie der unterschiedlichen Ausprägungen einer Abnahme fruchtbarer Weibchen, Zunahme der Mortalität von Kindern und Erwachsenen sowie einer Reduktion der Tragfähigkeit des Gebiets beinhalteten, die Population über den Zeitraum von 100 Jahren stetig abnimmt und im günstigsten Fall das Risiko des Aussterbens 5-20% beträgt. Es wurden auch Krankheitsereignisse simuliert, sowie Kombinationen aus Kriegsfolgen und Krankheiten, die ein Aussterberisiko von nahzu 100% erbrachten.

Um langfristigen Schutz wertvoller Naturräume sicherzustellen, wurden in der Vergangenheit mehrere internationale Konventionen und Konzepte als Instrumente erarbeitet.7-9,34 Zunehmend wurde man sich der Schutzwürdigkeit bestimmter Naturräume bewußt und auch der mulitfaktoriellen Einflüsse, die es dabei abzudecken galt. Naturressourcen wurden zwar auch um ihrer selbst willen als erhaltenswert erachtet, aber meist wurde speziell in Entwicklungsländern versucht, Naturressourcen mit ökonomischen Gütern gleichzusetzen, die auch nicht-monetären Nutzen für die umliegende Bevölkerung haben können; so z.B. Waldreserven als Wasserspeicher und Schutz vor Erosion. Das von der IUCN 1980 proklamierte Konzept nachhaltiger Entwicklung und Nutzung wurde im Laufe der Zeit und mit steigenden Erfahrungen relativiert, da dieses Konzept von vielen, v.a. ökonomischen Bedingungen beeinflußt wird und in seinen Folgen für das Schutzgebiet nicht sicher vorhersagbar ist.13,19,42

Im Laufe der 90er Jahre wurde das internationale Augenmerk auch auf die Rolle politischer Konflikte für Landesentwicklung und Naturschutz gelegt. So erarbeitete die Parks for Peace Conference im 1997 einen "Code of Conduct of Trans-Border Areas in Peacetime or during Conflict", das als Peace Park Konzept bezeichnet wird. Darin werden grenzübergreifende Schutzgebiete (25 in Afrika) als Vehikel für internationale Kooperation, Biodiversitätsschutz und ökonomische Entwicklung verstanden. Weiterhin legte das Generalsektretariat der UN im April 1998 einen "Report on the Causes of Conflict and the Promotion of Durable Peace and Sustainable Development in Africa" vor.

Im Mai 1998 wurde im Rahmen des Peace Park Konzeptes ein Plan für die "Virunga Volcano Region" vorgelegt, der die Förderung der Zusammenarbeit und Stärkung der politischen Stabilität in der Region vorsah.22 Dies sollte erreicht werden durch Öffentlichkeitsarbeit und Informationsverbreitung, durch Einbindung lokaler Kommunen und NGO´s. Es sollte eine allgemeingültige Gesetzesgrundlage geschaffen sowie ein übergreifendes Management-Konzept erarbeitet werden. Gefordert wurde auch die Einbeziehung des Konzeptes einer Demilitarisierten Zone. Die Koordination sollte über eine Abstimmung der nationalen und regionalen Autoritäten und die Implementierung durch eine Facilitation Task Force, bestehend aus den lokalen Behörden, externen GO´s und NGO´s, erfolgen. Mit einer Fertigstellung aller erforderlichen Schritte wurde 2001 gerechnet.

Aufgrund der zunehmend prekären Situation im Osten der DRC, die momentan unter der Kontrolle der benachbarten Staaten Ruanda und Uganda steht, wurden auf allen Ebenen mögliche Konzepte erarbeitet, die ein diplomatisches Eingreifen ermöglichen (EU-Rat. 30.11.98: "Rolle der EZ bei friedensschaffenden Maßnahmen sowie der Verhütung und Lösung von Konflikten."; BMZ, 1999: "Sektorenentwicklung Not- und Flüchtlingshilfe: - Krisenprävention, - Krisenmindernde Maßnahmen im Ostkongo").10

Im November 1999 wurde dann von der UNESCO-WHC das Projekt "Biodiversitätsschutz in Regionen mit bewaffneten Konflikten" verabschiedet, welches die finanziellen Aufwendungen der 5 im Osten der DRCongo gelegenen World Heritage Sites decken soll.51 Die schlußendliche Planung für dieses Konzept wird im Sommer 2000 erwartet, aber es werden schon erste Schritte vorab unternommen.

Die Projektdauer ist auf 4 Jahre angelegt, ein konkreter Arbeitsplan soll sich aber nur auf das erste Jahr beziehen, um genügend Flexibilität zu haben, auf veränderte Situationen reagieren zu können. Das Finanzvolumen umfasst US$ 4,186 Mio, wovon 2,9 Mio von der UNF/UNFIP zur Verfügung gestellt werden und der Rest von anderen beteiligten internationalen Partner aufzubringen ist. An der Planung und Durchführung sind verschiedene internationale NGO´s beteiligt, aber auch die deutsche GTZ, die weiterhin ihren Zuständigkeitsbereich im Kahuzi-Biega Park hat.

Der Projektplan sieht folgendes vor:

So sinnvoll solche Initiativen auch sind, - v.a. da sie auch auf politisch-diplomatischer Ebene agieren -, benötigen sie jedoch von der Planung bis zur letztendlichen Implementierung erhebliche Zeiträume.

Auch naturschutzorientierte NGOs sind meist gezwungen, fortlaufende Projekte oder Förderungen in Krisenzeiten kurzfristig einzufrieren, doch sind sie aufgrund ihrer nicht-politischen Ausrichtung am ehesten in der Lage, notwendige Soforthilfe zu leisten.

Zoologischer Gärten und In-situ Schutz

Die Welt-Zoo-Naturschutzstrategie24 sieht die Aufgabe der Zoos u.a. in der aktiven Unterstützung der Erhaltung bedrohter Arten und ihres natürlichen Lebensraumes.

Weltweit waren 1990 über 1.000 Zoos im internationalen Zooverband registriert mit etwa 619 Mio Besuchern jährlich. Mit diesem Potential können Zoologischen Gärten mindestens mittelfristig helfen, Gorilla(habitat)-Schutz in Krisenzeiten zu sichern, z.B. durch projektbezogene Partnerschaften, durch Unterstützung von NGO´s, Projekten oder bestimmten Personen, wie es bereits in manchen Gebieten und bei vielen anderen Spezies geschieht (z.B. Okapi-Schutz durch das entsprechende EEP).2,38

Neben finanziellen Zuwendungen sind die Möglichkeiten vielfältig, da Zoos über bewährte Infrastruktur und gut ausgebildetes Personal verfügen. Damit können Hilfestellungen bei pflegerischen, veterinärmedizinischen, aber auch management-technischen Aspekten gegeben werden. Eine Wissenvermittlung kann auch über direkte Meetings geschehen. Technisches Können ist ebenfalls vonnöten für den Einsatz bei der Erstellung von Material zur Umwelterziehung und anderen Publikationen.

Ein wesentlicher Punkt bleibt weiterhin die Förderung des öffentlichen und auch politischen Bewußtseins für die Notwendigkeit von Naturschutz, z.B. durch Ausstellungen.

Ein Schritt in diese Richtung ist die Gründung einer Arbeitsgruppe "Bushmeat" durch die Menschenaffen-EEP´s.

Solche Aktivitäten fördern sowohl die Reputation eines Zoos im allgemeinen als auch den Wissenaustausch und Kontakte mit Freilandforschern und NGO´s, deren Ergebnisse wiederum in die Haltungskonzepte integriert werden können. Aktionen im Zoo fördern das Interesse der Öffentlichkeit und steigern die Besucherzahlen.

Ausblick

Da noch viele Gebiete in den zentralafrikanischen Krisenregionen unzugänglich sind und von einigen Parks keinerlei Informationen vorliegen, können keine näheren Angaben zur Gesamtsituation von Populationen der Östlichen Flachlandgorillas und der Berggorillas gemacht werden. Sowohl das Habitat, darin vorkommende andere Arten und auch die Flagschiff-Spezies Gorilla selber haben jedoch nach bisherigen Kenntnissen erhebliche Schädigungen erlitten.

Ein weiteres Vorgehen der internationalen NGO´s sieht vor,

Danksagung

Für Unterstützung danke ich G. Debonnet, M. Holtkötter, U. Karlowski, V. Katembo, A. Meder, E. Müller, E. Williamson. Richard Perron/Quantum Conservation e.V. sei gedankt für die Einladung zur Tagung Zoo-Kunft 2000 und dem Universitätsbund Tübingen für finanzielle Hilfe.

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