Frau Ulrike Höfken 

Stellungnahme Bündnis 90/Die Grünen zu Zoos und ihrer Zookunft

 

1. Heute stehen die Zoologischen Gärten ebenso wie die privaten Tierparks vor einem Scheideweg. Entweder sie angagieren sich konzeptionell für Artenschutz und zoopädagogische Konzepte - oder sie betreiben weiter die Zurschaustellung der gefangenen Tiere.

2. Für die Zurschaustellung der Tiere besteht heute im Zeitalter moderner Kommunikationstechniken immer weniger Bedarf. Welcher Zoo kann schon mit den eindringlichen Bildern und sachdienlichen Kommentaren der Tierfilme mithalten. Für zoopädagogische Konzepte besteht dagegen weiterhin ein breiter Bedarf - mit wachsender Tendenz. Die Entfremdung von Landschaft und Artenreichtum kann in bestimmtem Umfang in den städtischen Ballungszentren durch modern konzipierte Zoologische Gärten positiv gemildert werden - wenn innovation mehr ist als ein Feigenblatt der jeweiligen Einrichtung. Bündnis 90/Die Grünen lehnen die Zurschaustellung in Käfigen rigoros ab. Bündnis 90/Die Grünen bejahen dagegen die Heranführung an Natur und Umwelt - auch in Zoologischen Gärten.

3. Wildbiologische Forschung kann - von wenigen Ausnahmen abgesehen - heute weit besser in der "freien Landschaft" durchgeführt werden - zumal die Erkenntnisse über Verhaltensweisen in Gefangenschaft kritisch zu bewerten sind. Eine Unterstützung der Zoologischer Gärten mit diese Argumentation wird von Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt.

4. Für die Entnahme von Tieren aus freier Wildbahn zum Zwecke der zoologischen Haltung besteht grundsätzlich kein Bedarf - eine solche Vorgehensweise wird von Bündnis90/Die Grünen abgelehnt. Einzige Ausnahme kann hier der Auftrag zur Erhaltung der Artenvielfalt sein. Tiere, die aufgrund der Vernichtung ihrer natürlichen Lebensräume akut vom Aussterben bedroht sind, sollen zum Zwecke der Arterhaltung unter wissenschaftlicher Beobachtung aus der Natur entnommen und für Zuchtprogramme ("ex-situ-Zucht") gehalten werden dürfen. Die Grenzen dabei sind in Einzelfall sehr eng auszulegen.

  1. Bündnis 90/Die Grünen fordern die Träger der Zoologischen Gärten und Tierparks auf, bereits freiwillig eine Artgerechte Haltung von Tieren zu gewährleisten. Bündnis 90/Die Grünen fordern den Gesetzgeber auf, die leider immer noch bestehenden teils katastrophalen Haltungsbedingungen in deutschen Zoos und Tiergärten endlich abzustellen. Insbesondere ist eine Qualhaltung, wie sie oft unbestritten in Delphinarien und Käfigen für Großsäuger bestehen, umgehend durch gesetzliche Initiativen zu beenden. Kommunale Träger von entsprechenden Einrichtungen sollen ihrer Verantwortung für den Tierschutz gerecht werden.

 

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